145 Jahre Ortswehr Stadt – Feuerwehrjubiläum in Forst (Lausitz)
Artikel vom 14. September 2026
Mit einem großen Jubiläumsfest feierte die Freiwillige Feuerwehr Forst (Lausitz), Ortswehr Stadt, am Samstag, den 5. September 2026, ihr 145-jähriges Bestehen. Gleichzeitig gab es einen weiteren Grund zum Feiern: Die Kinderfeuerwehr blickt in diesem Jahr auf ihr 15-jähriges Bestehen zurück.
Pünktlich um 10 Uhr wurde das Jubiläum traditionell mit dem Ertönen der Sirene am historischen Feuerwehrgerätehaus Mitte in der Hochstraße eingeläutet. Zum anschließenden Appell traten die Kameradinnen und Kameraden der Ortswehr Stadt gemeinsam mit ihren Gästen und den angereisten Gastfeuerwehren aus Wehlen, Oberursel und Brody an.
Den offiziellen Auftakt übernahm der stellvertretende Ortswehrführer Marcel Krüger, der die Gäste im Namen der Ortswehrführung willkommen hieß und einen Einblick in die heutige Arbeit der Ortswehr gab.
Ihm folgte Stadtwehrführer Jörg Baumgart, der in seiner Ansprache auf die Entwicklung der Feuerwehr und die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements einging. Anschließend richteten der stellvertretende Bürgermeister und Verwaltungsvorstand Jens Handreck sowie der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes, Robert Buder, ihre Grußworte an die Kameradinnen und Kameraden und die zahlreichen Gäste.
Eine besondere Überraschung hatte Jörg Baumgart für den Feuerwehrnachwuchs dabei: Er übergab der Kinderfeuerwehr anlässlich ihres 15-jährigen Bestehens eine Spende in Höhe von 100 Euro.
Im Anschluss nutzten die angereisten Gäste und befreundeten Feuerwehren die Gelegenheit, ihre Glückwünsche zu überbringen und der Ortswehr sowie den Kindern Geschenke und Präsente zu überreichen. Dabei wurde es auch emotional – und bei der „Wichtel-Mutti“ der Feuerwehrwichtel musste das eine oder andere Tränchen weggedrückt werden.
Wenn es bei Oma Eierschecke brennt …
Dass die Feuerwehrwichtel nicht nur feiern können, bewiesen sie anschließend selbst.
Bei ihrer Vorführung hieß das Einsatzszenario: Bei Oma Eierschecke brennt es!
Schon rückten die kleinen Feuerwehrwichtel mit ihren Feuerwehr-Tretautos an und zeigten den Zuschauern, wie ein Feuerwehreinsatz funktioniert. Unterstützt wurden sie dabei von der Jugendfeuerwehr.
Mit viel Begeisterung, aber auch bereits erstaunlich viel Feuerwehrwissen meisterten die Jüngsten ihre Aufgabe und sorgten damit für einen der besonderen Höhepunkte des Tages.
Feuerwehrtradition am historischen Schlauchturm
Spektakulär wurde es anschließend am historischen Feuerwehrgerätehaus Mitte.
Die Ortswehr präsentierte das Hakenleitersteigen am Schlauchturm. Dabei konnten die Besucher aus nächster Nähe erleben, welche körperliche Fitness, Technik und nicht zuletzt welcher Mut hinter dieser besonderen Disziplin steckt.
Danach ging es noch weiter nach oben.
Der Teleskopmast TM 23/12 der Ortswehr wurde vor dem Gerätehaus in Stellung gebracht und ausgefahren. Die Bezeichnung 23/12 steht dabei für eine Nennrettungshöhe von 23 Metern bei einer Nennausladung von 12 Metern.
Normalerweise können Einsatzkräfte mit dem Rettungskorb bequem in die Höhe gebracht werden. Bei bestimmten Einsatzsituationen kann es jedoch notwendig werden, den Leiterpark des Teleskopmastes zu besteigen.
Zwei Kameradinnen demonstrierten genau das: Mit kompletter persönlicher Schutzausrüstung und Pressluftatmern auf dem Rücken stiegen sie über den ausgefahrenen Leiterpark in die Höhe – und anschließend auf demselben Weg wieder hinab.
Eine eindrucksvolle Demonstration, die den Zuschauern zeigte, welche Anforderungen auch moderne Feuerwehrtechnik an die Einsatzkräfte stellen kann.
Im Anschluss präsentierten die Höhenretter der Werkfeuerwehr LEAG ihr Können und gaben den Besuchern einen weiteren Einblick in eine hoch spezialisierte Form der Rettung.
Feuerwehr zum Anfassen
Auch abseits der Vorführungen wurde den Besucherinnen und Besuchern einiges geboten. Eine Hüpfburg sorgte bei den jüngeren Gästen für Abwechslung. An einem Feuerlöschtrainer konnte der richtige Umgang mit einem Feuerlöscher praktisch ausprobiert werden.
Natürlich war auch für das leibliche Wohl gesorgt. Bei Speisen und Getränken bot sich ausreichend Gelegenheit für Gespräche, Erinnerungen und den Austausch zwischen Feuerwehrangehörigen und Gästen.
Das Jubiläum verband dabei Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Ortswehr auf besondere Weise.
Die Freiwillige Feuerwehr Forst wurde am 26. März 1881 gegründet. Heute zählt die Ortswehr Stadt 142 Mitglieder. Davon gehören 63 Kameradinnen und Kameraden der aktiven Einsatzabteilung, 23 der Alters- und Ehrenabteilung sowie 56 der Kinder- und Jugendfeuerwehr an.
Von ihren beiden Standorten – dem Feuerwehrgerätehaus Mitte in der Hochstraße und dem Feuerwehrgerätehaus Süd in der Skurumastraße – leistet die Ortswehr heute einen wichtigen Beitrag zur Gefahrenabwehr in Forst (Lausitz).
Dass diese Hilfe weiterhin regelmäßig benötigt wird, zeigt auch die Einsatzstatistik: Mit Stand vom 4. September hatte die Freiwillige Feuerwehr Forst (Lausitz) im Jahr 2026 bereits 186 Einsätze absolviert.
145 Jahre Ortswehr Stadt und 15 Jahre Kinderfeuerwehr stehen damit nicht nur für eine lange Feuerwehrgeschichte. Sie stehen vor allem für Generationen von Menschen, die bereit waren und sind, Verantwortung für andere zu übernehmen – und für einen Feuerwehrnachwuchs, der diese Geschichte hoffentlich noch viele Jahre fortschreiben wird.
FB Berichtswesen
Chris Bertko
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