Feuerwehrunterricht jetzt auch in Forst
Artikel vom 01. Mai 2026
12 Schülerinnen und Schüler des Friedrich-Ludwig-Jahn-Gymnasiums werden im Rahmen des Unterrichts ihre Feuerwehr-Ausbildung absolvieren. Am 29.04.2026 wurde ein entsprechender Kooperationsvertrag unterzeichnet.
Das Friedrich-Ludwig-Jahn-Gymnasium ist damit das erste Gymnasium im Land Brandenburg, das Feuerwehr-Unterricht anbietet. Bislang gab es dieses Angebot nur an (berufsorientierten) Oberschulen. In Forst heißt das Wahlpflichtfach „Chemie mit Schwerpunkt Feuerwehr“. Vorangegangen waren viele Gespräche mit dem Schulamt, das diesen Sonderweg möglich machte, erzählt Schulleiterin Urike Weikert: „Entstanden ist die Idee vor etwa zwei Jahren, als eine Kollegin mit einer Feuerwehrfrau in Ausbildung ins Gespräch kam. Wir haben uns dann überlegt, wie wir das an unserem Gymnasium umsetzen können. Wir entwickeln hier gerne neue Ideen und ich hoffe, dass die Schülerinnen und Schülern nicht nur das Feuerwehrwissen erhalten, sondern auch viel fürs Leben lernen.“
Für die Feuerwehr, aber auch fürs Leben lernen.
Das Interesse war jedenfalls größer als das Angebot: Zwölf Plätze standen ursprünglich zur Verfügung, acht weitere Namen stehen schon auf der Nachrückeliste, so dass das Teilnehmerfeld nun erweitert wird. Nur vier der Teilnehmenden bringen bereits Feuerwehrerfahrung mit in den Unterricht. Landrat Harald Altekrüger freut sich, dass so ein wichtiger Schritt für die Nachwuchsarbeit gegangen wird: „Wir haben insgesamt eine gute Entwicklung, was die Jugendfeuerwehr im Kreis betrifft. Aber es ist wichtig, dass die Jugendlichen im Anschluss auch den Schritt in die aktive Wehr gehen.“ Ein Wunsch, dem sich auch Bürgermeisterin Simone Taubenek anschließt: „Ich denke, die wenigsten wissen, dass bei uns die Feuerwehr fast ausschließlich auf Ehrenamtliche angewiesen ist. Daher ist Nachwuchsarbeit so wichtig.“ Die Kinder und Jugendlichen lernen nicht nur den Umgang mit den Gerätschaften der Feuerwehr, sondern auch Teamgeist und Verantwortungsbewusstsein werden vermittelt.
Aus der Praxis in den Unterricht
Wie auch an den drei weiteren Schulen im Kreis, die das Wahlpflichtfach anbieten, wird der Unterricht von Pädagogen gemeinsam mit ehrenamtlichen Kreisausbildern gestaltet. Diese kommen in diesem Fall aus Forst und Neuhausen. Mathias Voigt, Koordinator für das Wahlpflichtfach Feuerwehr beim Landkreis, wird natürlich ebenfalls oft vor den Kindern und Jugendlichen stehen und theoretisch, aber auch ganz praktisch den Unterricht gestalten. Im Mai werden sich die künftigen Ausbilderinnen und Ausbilder das erste Mal treffen und die Stunden planen. Robert Buder, Vorstandsvorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Spree-Neiße e.V., dankt in diesem Zusammenhang den ehrenamtlichen Kreisausbildern und freut sich, dass nun die vierte Schule im Kreis einen Kooperationsvertrag geschlossen hat: „Das wird auf jeden Fall eine interessante Ausbildung, jetzt auch an einem Gymnasium. Man sieht wieder: Spree-Neiße geht neue Wege, die dann hoffentlich auch landesweit umgesetzt werden.
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