Zwölf neue Einsatzkräfte für die Gefahrstoffeinheit ausgebildet
Artikel vom 05. Juli 2026
Vom 22. Juni bis zum 3. Juli 2026 fand auf der Wache 1 der Berufsfeuerwehr Cottbus die Kreisausbildung ABC-Modul 1 statt.
Gemeinsam organisiert wurde der Lehrgang von der Berufsfeuerwehr Cottbus und dem Landkreis Spree-Neiße – genau so, wie auch die gemeinsame Gefahrstoffeinheit (GSE) seit einiger Zeit erfolgreich zusammenarbeitet.
Die Gefahrstoffeinheit ist eine gemeinsame Katastrophenschutzeinheit der Stadt Cottbus und des Landkreises Spree-Neiße. Hier werden Fahrzeuge, Spezialtechnik, Material und vor allem das Wissen und die Erfahrung der Einsatzkräfte gebündelt. Alarmiert wird die Einheit immer dann, wenn es um Einsätze mit atomaren, biologischen oder chemischen Gefahrstoffen geht – kurz: ABC-Lagen. Dazu gehören beispielsweise Gefahrgutunfälle auf Straßen und Schienen, Chemikalienaustritte in Betrieben, unbekannte Stoffe oder Einsätze mit radioaktiven oder biologischen Gefahren.
Insgesamt konnten zwölf Kameradinnen und Kameraden, darunter sechs Einsatzkräfte aus dem Landkreis Spree-Neiße, den zweiwöchigen Lehrgang erfolgreich absolvieren und sich für diese anspruchsvolle Aufgabe qualifizieren.
Während der Ausbildung wurde umfangreiches theoretisches Wissen vermittelt. Auf dem Stundenplan standen unter anderem die Grundlagen radioaktiver Strahlung, das Erkennen und Nachweisen von Kontaminationen, Einsatzgrundsätze bei ABC-Lagen, Sicherheitsabstände, Fahrzeugaufstellungen und taktische Einsatzabläufe. Ebenso beschäftigten sich die Teilnehmer mit biologischen Gefahrstoffen, dem sicheren Vorgehen in Laborbereichen sowie den Besonderheiten der Brandbekämpfung und der Löschwasserrückhaltung in sensiblen Objekten.
Ein weiterer Schwerpunkt war der Umgang mit chemischen Gefahrstoffen. Diese begegnen den Einsatzkräften nicht nur in Industriebetrieben, sondern tagtäglich auch auf unseren Straßen – beispielsweise beim Transport gefährlicher Stoffe. Die Teilnehmer lernten deshalb, Gefahrgutkennzeichnungen richtig zu lesen, Stoffinformationen auszuwerten, Messstrategien der Feuerwehr anzuwenden und Einsatzmaßnahmen sicher einzuleiten.
Doch Theorie allein reicht bei dieser Spezialausbildung nicht aus. Ein großer Teil des Lehrgangs bestand aus intensiven praktischen Übungen – und zwar überwiegend in der Körperschutzform 3, besser bekannt als Chemikalienschutzanzug (CSA). Diese vollständig gasdichten Schutzanzüge erinnern optisch an Raumanzüge und schützen die Einsatzkräfte zuverlässig vor gefährlichen Stoffen.
Besonders herausfordernd waren dabei die äußeren Bedingungen. Ausgerechnet in der ersten Ausbildungswoche herrschten Temperaturen von nahezu 40 Grad Celsius. Trotz der enormen körperlichen Belastung meisterten die Teilnehmer die Übungen mit großem Engagement. In der zweiten Woche zeigte sich das Wetter deutlich gnädiger und bei angenehmen 24 bis 26 Grad konnten die praktischen Ausbildungsinhalte etwas entspannter vermittelt werden.
Unter den schweren Schutzanzügen trainierten die Einsatzkräfte unter anderem das Abdichten von Leckagen an Rohrleitungen, Behältern und Kesselwagen. Gerade diese Arbeiten verlangen höchste Präzision, obwohl die dicken Schutzhandschuhe das Fingerspitzengefühl erheblich einschränken. Jede Bewegung muss sitzen, denn im späteren Einsatz geht es häufig darum, den Austritt gefährlicher Stoffe schnell und sicher zu stoppen und Menschen sowie Umwelt zu schützen.
Mit dem erfolgreich abgeschlossenen ABC-Modul 1 verfügen die Teilnehmer nun über das notwendige Grundwissen und die praktischen Fähigkeiten für Einsätze im Bereich der Gefahrstoffabwehr. Gleichzeitig bildet dieser Lehrgang die Grundlage für weiterführende Spezialausbildungen innerhalb der Gefahrstoffeinheit.
Was viele Bürgerinnen und Bürger oft nicht wissen: Die Mitglieder der Gefahrstoffeinheit leisten diese anspruchsvolle Ausbildung ehrenamtlich – zusätzlich zu ihrem normalen Feuerwehrdienst und ihrem Beruf. Sie investieren zahlreiche Urlaubstage und Freizeit, um sich auf Einsätze vorzubereiten, die glücklicherweise selten sind, im Ernstfall aber höchste Fachkenntnis und absolute Professionalität erfordern.
Dieses Engagement verdient größten Respekt und unseren herzlichen Dank.
Herzlichen Glückwunsch allen Absolventinnen und Absolventen zum bestandenen Lehrgang und vielen Dank an alle Ausbilderinnen und Ausbilder, die ihr Wissen und ihre Erfahrung weitergegeben haben.
FB Berichtswesen
Chris Bertko
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